Physician Assistant (Arztassistent) Berufsbild
Medizin & Gesundheit Aktuell 2026

Was verdient ein Physician Assistant (Arztassistent)?

Gehalt, Tarifvertrag und Karrierechancen im Überblick – transparent und aktuell.

Durchschnitt
4.650 €
brutto / Monat
Einstieg
3.900 €
brutto / Monat
Spitze
6.500 €
brutto / Monat
Jahresgehalt
55.800 €
brutto / Jahr

Brutto-Netto-Rechner

Was bleibt vom Physician Assistant (Arztassistent)-Gehalt übrig?

Geschätztes Nettogehalt

Nach Steuern und Sozialabgaben

Berufsbild Physician Assistant (Arztassistent)

Physician Assistant Gehalt 2026: Der neue Star im OP? PAs verdienen deutlich mehr als Pflegekräfte, aber weniger als Oberärzte. Wir zeigen die Eingruppierung im TVöD und TV-Ärzte und warum Kliniken sie lieben.

Der Physician Assistant (PA) schließt die Lücke zwischen Pflege und Arzt. Das Berufsbild stammt aus den USA und boomt gerade in Deutschland. Warum? Ärztemangel.

Dein Gehalt als PA:
Da der Beruf neu ist, gibt es noch keinen eigenen Tarifvertrag. Das ist Fluch und Segen zugleich.
1. TVöD (Öffentlicher Dienst): Oft wirst du in die Entgeltgruppe E10 bis E12 (Bund/VKA) eingruppiert. Das entspricht dem Gehobenen Dienst und startet bei ca. 3.800 € bis 4.200 €. Manche Häuser zahlen auch nach Pflege-Tabelle (P10-P13), was durch Zulagen sehr attraktiv sein kann.
2. Anlehnung an TV-Ärzte: Viele Kliniken orientieren sich am Gehalt für Assistenzärzte (Ä1), ziehen aber einen Abschlag von 10-20% ab. Damit sind Einstiegsgehälter von 4.200 € bis 4.500 € realistisch.

Studium vs. Verantwortung:
Als PA hast du Medizin studiert (Bachelor/Master), aber keine Approbation. Das heißt: Du darfst (fast) alles, was ein Assistenzarzt darf – aber nur unter Delegation und Aufsicht eines Facharztes. Du nähst Wunden, assistierst bei OPs, schreibst Briefe und führst Visiten durch. Die rechtliche Verantwortung bleibt beim Arzt.

Das Berufsbild heute

Du bist der 'Resident' ohne Facharztausbildung. Du rotierst nicht wie Assistenzärzte, sondern bleibst dauerhaft auf Station. Das macht dich zum wertvollen Kontinuum für Abteilung und Patienten. Du entlastest Ärzte von Routinearbeit und Bürokratie.

Karrierewege

Hier ist noch vieles im Fluss.
1. Fach-PA: Spezialisierung auf Chirurgie, Notaufnahme oder Kardiologie.
2. Leitender PA: Teamleitung für alle PAs im Krankenhaus.
3. Lehre & Forschung: Dozent an Hochschulen für PA-Studiengänge (Master notwendig).

Typische Aufgaben

  • Anamnese und körperliche Untersuchung bei Neuaufnahmen
  • Assistenz im OP (1. oder 2. Assistenz)
  • Durchführung kleinerer Eingriffe (Wundversorgung, Drainagen ziehen)
  • Dokumentation (Arztbriefe verfassen, Kodierung)
  • Organisation des Stationsablaufs (Entlassmanagement)
  • Kommunikation mit Patienten und Angehörigen

Gehaltsentwicklung

Das Gehalt steigt mit Erfahrung und Qualifikation.

Einstieg (Bachelor) 3.900 €
Mit Master-Abschluss 4.500 €
Spezialist Herzchirurgie 5.500 €
Leitender PA 6.000 €
Praxis (Hausarzt) 3.800 €

Kein eigener Tarif (Anlehnung TVöD/TV-Ärzte) (E10 - E12 (TVöD) / Ä1 (TV-Ärzte))

Es hängt von deinem Verhandlungsgeschick ab. Forderung: Eingruppierung analog Bachelor-Niveau (E9b-E12). Viele PAs erreichen Verträge, die 80-90% eines Assistenzarzt-Gehalts entsprechen. Wichtig: Achte auf Regelungen zu Diensten (Nacht/Wochenende) – die bringen extra Geld.

Stufe Erfahrung Gehalt
Stufe Einstieg Berufsanfänger 3.900 €
Stufe Erfahren nach 3-5 Jahren 4.500 €
Stufe Spezialist nach 10 Jahren 5.200 €
Stufe Expert High-End / Leitung 6.100 €

Gehalt nach Bundesland

Baden-Württemberg 4.800 €
Bayern 4.750 €
Hessen 4.650 €
Hamburg 4.850 €
Nordrhein-Westfalen 4.700 €
Niedersachsen 4.500 €
Berlin 4.600 €
Sachsen 4.100 €
Thüringen 4.050 €

Gehalt nach Arbeitgeber

Uniklinik (TV-L) 4.600 €
Kommunales Haus (TVöD) 4.400 €
Privatklinik (Helios/Sana) 4.300 €
MVZ / Arztpraxis 3.900 €
Rehaklinik 3.800 €

Vorteile

  • +Medizin praktizieren ohne 6 Jahre Studium + Facharzt
  • +Geregeltere Arbeitszeiten als Ärzte (oft kein Schichtdienst)
  • +Akademisches Gehalt
  • +Hohe Anerkennung im Team

Nachteile

  • Rechtliche Grauzone (Delegationsrecht)
  • Oft noch Erklärungsbedarf gegenüber Patienten ('Sind Sie Arzt?')
  • Karriereende (man wird nie Chefarzt)
  • Abhängigkeit vom delegierenden Arzt

Häufig gestellte Fragen

Wird das PA-Studium bezahlt?

Oft Ja. Viele Studiengänge sind dual oder praxisintegrierend. Die Klinik zahlt dir eine Ausbildungsvergütung (ca. 1.000 € - 1.300 €) und übernimmt die Studiengebühren. Im Gegenzug verpflichtest du dich oft für 2-3 Jahre nach dem Abschluss.

Darf ich als PA Rezepte unterschreiben?

Nein. Das Rezeptieren ist Ärzten vorbehalten (Arztvorbehalt). Du darfst das Rezept vorbereiten, aber der Arzt muss unterschreiben. Anders sieht es bei manchen Hilfsmitteln aus.

Wie unterscheidet sich der PA vom Assistenzarzt?

Der Assistenzarzt macht seine Facharztweiterbildung (5-6 Jahre) und geht dann oft oder wird Oberarzt. Der PA bleibt PA. Er vertieft sein Wissen an der Stelle, rotiert nicht und entlastet so das System dauerhaft. Das medizinische Niveau ist hoch, aber die letzte Entscheidung trifft der Arzt.

Kann ich als PA später Medizin studieren?

Ja, aber du musst dich regulär bewerben. Das PA-Studium wird oft nicht auf das Medizinstudium angerechnet! Es sind zwei getrennte Systeme.

Quellen & Datengrundlage

  • Deutsche Gesellschaft für Physician Assistants (DGPA)
  • Vier-Säulen-Modell der DGPA zur Vergütung
  • Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit
  • Medi-Karriere

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