Gehalt, Tarifvertrag und Karrierechancen im Überblick – transparent und aktuell.
Was bleibt vom Lokführer / Triebfahrzeugführer-Gehalt übrig?
Nach Steuern und Sozialabgaben
Lokführer Gehalt 2026: Dank Claus Weselsky und der GDL einer der best-verhandelten Jobs Deutschlands. Wir zeigen, was die 35-Stunden-Woche bedeutet, warum Quereinsteiger mit Handkuss genommen werden und wie viel Zulagen (Nacht/Wochenende) wirklich bringen.
Lokführer (Triebfahrzeugführer) sind die heimlichen Könige des Arbeitsmarktes. Es fehlen so viele, dass Bahnunternehmen sich mit Prämien und Benefits überbieten.
Der GDL-Faktor:
Die Gewerkschaft hat hart verhandelt. Ergebnis: Ein solides Grundgehalt, aber vor allem exzellente Arbeitsbedingungen. Die schrittweise Einführung der 35-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich ist historisch. Wer mehr arbeiten will (z.B. 40h), kann das tun und verdient dann überproportional mehr.
Zulagen sind der Schlüssel:
Das Grundgehalt von ca. 3.200 € bis 3.800 € sieht auf den ersten Blick 'normal' aus. Aber: Lokführer arbeiten nachts, sonntags und an Feiertagen. Diese steuerfreien Zuschläge machen oft 400 € bis 600 € netto zusätzlich aus. Ein ICE-Lokführer kommt so schnell auf ein Netto, für das ein Büroangestellter 5.000 € brutto bräuchte.
Du trägst Verantwortung für 1.000 Fahrgäste oder Güter im Wert von Millionen. Du bist Technik-Versteher, Einzelkämpfer (im Führerstand) und Pünktlichkeits-Fanatiker. Die Romantik der Eisenbahn trifft auf High-Tech im ICE 4.
1. Streckenlokführer: Der Standard im Regio-Verkehr.
2. ICE-Lokführer: Die Elite. Höhere Zulagen, schnellere Züge (300 km/h).
3. Auslandseinsatz: Wer Loks in die Schweiz oder nach Frankreich fährt, kassiert dicke Länderzulagen.
4. Ausbilder / Lehrlokführer: Das Wissen an Quereinsteiger weitergeben (+ Zulage).
Das Gehalt steigt mit Erfahrung und Qualifikation.
Der BuRa-LfTV (Rahmentarifvertrag für Lokomotivführer) ist das Maß aller Dinge. Er regelt Tabellenentgelte, die berühmten Zulagen und die Arbeitszeit. Lokführer werden nach Erfahrungstufen bezahlt. Sprünge gibt es nach 5, 10, 15, 20 Jahren Berufserfahrung.
| Stufe | Erfahrung | Gehalt |
|---|---|---|
| Stufe Stufe 1 (Einstieg) | 0-5 Jahre | 3.250 € |
| Stufe Stufe 2 | 5-10 Jahre | 3.450 € |
| Stufe Stufe 3 | 10-15 Jahre | 3.650 € |
| Stufe Stufe 4 | 15-20 Jahre | 3.850 € |
| Stufe Stufe 5 (Endstufe) | ab 20 Jahren | 4.050 € |
Theoretisch ja, wenn du gesund bist. Die Hürde ist der psychologisch-medizinische Test (IAS). Hier fallen ca. 30-50% durch. Geprüft werden Konzentration, Reaktionsschnelligkeit und logisches Denken. Wer besteht, bekommt den Job quasi sofort.
Bei der Bahn kannst du wählen: Willst du mehr Gehalt, mehr Urlaub oder weniger Wochenstunden? Viele Lokführer entscheiden sich für bis zu 42 Tage Urlaub im Jahr (statt mehr Gehalt), um den Schichtstress auszugleichen.
Ja, massiv. Da der Mangel so groß ist, verleihen Zeitarbeitsfirmen Lokführer an Bahnen, denen Personal fehlt. Diese 'Freelancer' verdienen oft 5.000 € bis 6.000 € Grundgehalt + Spesen + Bahncard 100. Dafür arbeiten sie jede Woche woanders und schlafen im Hotel.
Schwierig. Züge fahren 24/7, auch an Heiligabend. Du hast Schichtpläne, die sich ändern. Die 35-Stunden-Woche hilft, aber wer geregelte '9-to-5' Zeiten braucht, wird hier nicht glücklich.
Quellen & Datengrundlage